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Krankheit

Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, betrifft also Gehirn und Rückenmark. Im zentralen Nervensystem sind die langen Nervenbahnen mit einer Schutzschicht überzogen, das sogenannte Myelin. Myelin wirkt wie eine Kabelisolierung wodurch die schnelle und effektive Weiterleitung einer Botschaft aus dem Gehirn oder dem Rückenmark in den übrigen Körper möglich wird, z.B. an einem Arm und oder einem Arm die als Reaktion auf die Botschaft eine Bewegung ausführen. Bei Multipler Sklerose kommt es nun zu einer Schädigung des Myelins, dadurch wird die Weiterleitung der Signale verzögert oder sie erreichen einzelne Körperteile gar nicht mehr. Bei MS werden die Myelinscheiden an unterschiedlichen Stellen durch einen Entzündungsvorgang geschädigt und können daher ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Da diese Entzündung an unterschiedlichen Stellen auftritt, kommt es bei den betroffenen Patienten zu einer Reihe sehr verschiedenartiger Symptome. Z.B. Schädigung im Bereich des Sehnerves, zu Sehverschlechterung, weiters können Schwäche oder Unbeweglichkeit einzelner Muskeln, Arme oder Beine auftreten, es kann zu Veränderungen in der Gefühlswahrnehmung kommen, z.B. kann ein Kribbeln auftreten oder bestimmte Bereiche des Körpers sind gefühllos.

Bis vor wenigen Jahren war man der Ansicht dass bei MS nur die Markscheide entzündlich verändert wird. Neue Forschungsergebnisse haben jedoch gezeigt, dass schon am Beginn der Krankheit auch die Axone betroffen sind (Axone sind: die langen Hautfortsätze der Nervenzellen die von der Myelinschicht umgeben sind). Die durch MS bedingten Veränderungen im Myelin sind wesentlich leichter spürbar weil die normale rasche elektrische Nervenleitung gestört ist, wogegen die Schädigung des Axons sich eher unbemerkt im Hintergrund entwickelt und für den eher chronischen Verlauf verantwortlich ist. Seit einigen Jahren weiß man dass sich Veränderungen im Myelin reparieren können (Remyelinsierung). Axonschäden hingegen lassen sich nicht reparieren oder sich bestenfalls im Anfangsstadium der MS gering bessern. In den letzten Jahren sich deshalb auch ein Teil der Forschung auf die Vorgänge die bei der Remyelinsierung stattfinden konzentriert um eventuell entsprechende Medikamente zur Unterstützung der Remyelinisierung entwickeln zu können. Die Ursache von MS ist letztlich noch nicht bekannt. Man nimmt eine Autoimmunerkrankung an. Das Immunsystem mit seinen gelösten Stoffen und Zellen spielt eine große Rolle zum Überleben des Individuums. Es dient dazu von außen in den Körper eindringende schädliche Stoffe, seien es Bakterien, Viren oder Gifte unschädlich zu machen und zu eliminieren. Bei den Autoimmunerkrankungen ist das Immunsystem fehlgeleitet und wendet sich gegen körpereigene Substanzen, im Falle der MS gegen Myelin einen Bestandteil des eigenen Nervensystems und es kommt dadurch zur Störung der Myelinschicht. Ungeklärt ist bis jetzt noch warum es zu der Autoimmunreaktion kommt. Man nimmt an dass mehrere Faktoren zusammenspielen müssen, u.a. Umwelteinflüsse und genetische Faktoren.

Es ist nochmals zu betonen dass die Multiple Sklerose nicht heilbar ist, aber bei frühzeitigem Beginn mit immunmodulatorischen Therapien positiv beeinflusst werden kann. Ein Nachteil dieser Therapien ist dass sie nur bei bestimmten Krankheitsverläufen der MS wirksam sind.

Da die Therapie bei Multipler Sklerose-Patienten ein sehr komplexer Entscheidungsprozess ist, sollten diese Therapien nur in entsprechend ausgestatteten MS-Zentren durchgeführt werden. Dem tragen die Krankenversicherungen Rechnung, indem sie die sehr teuren Therapien nur auf Ansuchen aus diesen Zentren bewilligen.
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